FAQ - häufig gestellte Fragen

Allgemeines zur Ausbildung
  • Was zeichnet die Reduta-Berlin aus? Die Reduta-Berlin ist eine der ältesten freien Schauspielschulen Deutschlands (seit über 40 Jahren). Eine intensive Persönlichkeitsentwicklung ebnet den Weg für die renommiertesten Schauspiel-Methoden wie u. a. Stanislawski, Strasberg, Meisner, Tschechow. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Grotowski-Technik, gelehrt von Prof. Teresa Nawrot, und der Chubbuck-Technik. Die Ausbildung stellt den Menschen als Individuum in den Fokus.
  • Ist die Ausbildung staatlich anerkannt? Ja, die Reduta-Berlin ist eine staatlich anerkannte Ergänzungsschule gemäß dem Berliner Schulgesetz und einer Berufsfachschule gleichgesetzt. Das Diplom berechtigt unter anderem zum Vorsprechen bei der ZAV (Künstlervermittlung) und öffnet Türen, um in Agenturen und Theatern aufgenommen zu werden
  • Welchen Schulabschluss benötige ich? In der Regel wird ein Realschulabschluss vorausgesetzt. Bei besonderer künstlerischer Eignung kann jedoch auch ein Hauptschulabschluss akzeptiert werden. Ein Abitur ist nicht zwingend erforderlich. Es geht um das künstlerische Wesen und eine engagierte Arbeitshaltung.
  • Wie läuft das Aufnahmeverfahren ab? Es gibt zwei Wege:
    1. Direktes Vorsprechen: Einreichung der Unterlagen (Lebenslauf, Foto) per E-Mail und anschließendes Vorsprechen mit zwei Monologen und einem Lied.
    2. Kennenlern-Workshop: Ein zweitägiger Workshop, der Einblicke in die Arbeit gibt und bei dem die Dozierenden die Eignung feststellen können (beliebtes Modell).
  • Was muss ich für das Vorsprechen vorbereiten? Du solltest zwei Monologe (einen klassischen und einen modernen) sowie ein Lied (keine Oper-/Musical-Arie, eher etwas Einfaches, Individuelles) vorbereiten.
  • Wie lange dauert das Studium? Die Ausbildung/das Studium umfasst insgesamt 7 Semester (3,5 Jahre). Sie unterteilt sich in ein Grundstudium (2 Semester) und ein Hauptstudium (4 Semester). Im 7. Semester werden die Studierenden optimal auf die Arbeitswelt vorbereitet.
  • Wann beginnt das Semester? Ein Einstieg ist zweimal im Jahr möglich: zum Sommersemester (01. April) und zum Wintersemester (01. Oktober).
  • Ist die Ausbildung BAföG-berechtigt? Ja, Studierende können das sogenannte „Schüler-BAföG“ beantragen. Das Besondere: Dieses muss nach Abschluss der Ausbildung in der Regel nicht zurückgezahlt werden.
  • Wie hoch sind die Kosten? Der monatliche Beitrag beträgt 495 € (ohne Staffelung).
  • Grundkenntnisse sind hilfreich, aber kein Muss. Wichtiger sind Neugier, Spielfreude und die Bereitschaft, sich auf die körperliche und emotionale Arbeit einzulassen.

An der Reduta wird in kleinen Gruppen gearbeitet (meist 8 bis 12 Personen), um eine individuelle Betreuung und intensive Arbeit an der eigenen Persönlichkeit und Entwicklung zu garantieren.

Es ist ein physisch orientierter Ansatz, bei dem der Schauspieler lernt, Blockaden abzubauen, um Körper und Stimme als reines Instrument für die Rolle einzusetzen („der totale Schauspieler“).

Die Ausbildung ist zeitintensiv. Ein Nebenjob am Abend oder Wochenende ist oft möglich. An einem Tag in der Woche hat jedes Semester zusätzlich frei, also findet der Unterricht an 4 Tagen in der Woche statt. Es braucht ein gutes Zeitmanagement, da Probenzeiten auch außerhalb des Unterrichts anfallen können.

Ja, regelmäßige Werkschauen und insbesondere das Abschlussstück im 6. Semester finden vor öffentlichem Publikum im schuleigenen Theater statt.

Ja, obwohl die Basis im Theater liegt, umfasst das Hauptstudium Module für das Spiel vor der Kamera. Es werden professionelle Showreels erstellt, um auf die Arbeit bei Film und Fernsehen vorbereitet zu sein. Schwerpunkt hierbei ist die Chubbuck-Technik.

Die Dozierenden geben oft Feedback. In manchen Fällen wird empfohlen, erst einen Basiskurs oder Workshop zu besuchen, um sich später erneut zu bewerben.

  • Finanzierung: Staatliche Schulen sind meist gebührenfrei, während private Schulen (wie die Reduta) monatliche Studiengebühren erheben. Dafür sind private Schulen oft BAföG-berechtigt, dies entspricht in diesem Fall ebenfalls einer Gebührenfreiheit.
  • Aufnahme: Staatliche Schulen haben oft Tausende Bewerber auf 10–24 Plätze (extrem hohe Selektion). Private Schulen ermöglichen oft einen individuelleren Zugang durch Workshops oder persönliche Vorsprechen.
  • Profil: Private Schulen haben oft eine spezifischere künstlerische Ausrichtung (z. B. Grotowski an der Reduta), während staatliche Schulen oft einen sehr breiten, klassischen Bildungskanon abdecken.
  • Vorteile einer Privaten: Hierbei kann nicht verallgemeinert werden, darum wird sich auf die Reduta-Berlin bezogen: Es wird individuell an den Menschen gearbeitet, es ist erlaubt und sogar gewünscht, an Castings oder Produktionen außerhalb teilzunehmen (die Reduta vermittelt regelmäßig Produktionen), der Unterricht kann an das Semesterniveau angepasst werden, die Studienzeit ist um ein halbes Jahr verkürzt.
  • Mindestalter: In der Regel musst du mindestens 16 Jahre alt sein (bzw. kurz vor dem Abschluss der allgemeinen Schulpflicht stehen), da die Ausbildung eine Berufsausbildung ist.
  • Höchstalter: Im Gegensatz zu vielen staatlichen Schauspielschulen, die oft eine strikte Altersgrenze (häufig 24 oder 26 Jahre) haben, ist die Reduta-Berlin als private Schule flexibler.
  • Der Fokus: Es geht weniger um die Zahl auf dem Papier, sondern um deine Entwicklungsfähigkeit und deine körperliche Belastbarkeit. Meistens liegt das Alter der Schüler zwischen 18 und 30. Wenn du älter bist und überzeugst, hast du an einer privaten Schule oft bessere Chancen als an einer staatlichen.
  • Ja, absolut. Die Ausbildung ist darauf ausgelegt, das Handwerk von Grund auf zu erlernen.
  • Was zählt: Die Dozenten suchen nicht nach einem „fertigen“ Schauspieler, sondern nach Potenzial, Authentizität und Spielfreude.
  • Voraussetzung: Du solltest die Bereitschaft mitbringen, dich auf intensive körperliche Arbeit und emotionale Prozesse einzulassen. Ein Vorab-Workshop an der Schule ist der beste Weg, um ohne Vorerfahrung zu testen, ob dir die Arbeitsweise liegt.
Für das Vorsprechen (Monologe):
  1. Stückwahl: Wähle Rollen, die altersmäßig zu dir passen.
    • Klassisch: Ein Stück in Versform oder gehobener Sprache (z. B. Shakespeare, Schiller, Goethe).
    • Modern: Ein Text aus der Gegenwartsliteratur (ab ca. 1950).
  2. Verständnis: Du musst genau wissen, warum deine Figur das gerade sagt. Was ist das Ziel der Figur?
  3. Lied: Bereite ein einfaches Lied vor (Volkslied, Song, Chanson). Es geht nicht um Perfektion wie beim Musical, sondern darum, ob du einen Rhythmus halten kannst und deine Stimme natürlich einsetzt.
  4. Kleidung: Trage etwas, in dem du dich gut bewegen kannst, das aber trotzdem ordentlich aussieht. Kostüme sind keine Pflicht – die Prüfer wollen dich sehen, nicht eine Verkleidung.

 

Für den Kennenlern-Workshop:
• Offenheit: Das ist das Wichtigste. Sei bereit, Übungen mitzumachen, die vielleicht erst einmal „seltsam“ oder sehr physisch wirken.
• Teamgeist: Achte darauf, wie du mit anderen interagierst. Schauspiel ist Teamarbeit.
• Kondition: Da die Reduta sehr körperbetont arbeitet, schadet es nicht, wenn du eine gewisse Grundfitness mitbringst (oder zumindest den Willen, dich auszupowern).
 
Allgemeiner Tipp:

Lies die Texte nicht nur auswendig, sondern versuche, sie im Raum laut zu sprechen, während du dich bewegst. Die Reduta schätzt es besonders, wenn ein Schauspieler nicht „festklebt“, sondern lebendig und durchlässig wirkt.

  • Der Erfolg im Schauspielberuf hängt stark von Talent, Eigeninitiative und Netzwerk ab. Das Diplom der Reduta ist anerkannt und ermöglicht die Aufnahme in die ZAV-Künstlervermittlung, was der wichtigste erste Schritt in den deutschen Arbeitsmarkt (Theater & Film) ist. Viele Absolventen arbeiten an Stadt- und Staatstheatern, in der freien Szene oder in TV-Produktionen. Die Schule bietet zudem durch Werkschauen erste Kontakte zu Agenten und Caster:innen.
  • Methodik: Jede Schule hat einen „Kern“. Während manche Schulen rein nach Stanislawski lehren oder den Fokus stark auf das US-amerikanische „Method Acting“ (z. B. Meisner) legen, ist die Reduta eine der wenigen Adressen für die körperintensive Grotowski-Arbeit. Darüber hinaus bietet sie die Möglichkeit, verschiedene renommierte Techniken kennenzulernen und sich – je nach persönlicher Stärke – auf eine oder mehrere zu spezialisieren (ein freier, moderner Ansatz).
  • Atmosphäre: Es gibt „Schauspiel-Fabriken“ mit sehr vielen Schülern. Die Reduta ist im Vergleich dazu eher familiär und legt Wert auf die Entwicklung des „Individuums“ statt eines Einheitsstils.
  • Entscheidungshilfe: Interessenten sollten sich fragen: Suche ich ein sehr physisches Training (Reduta) oder ein eher kopflastiges/literarisches Studium? Ein Vergleich sollte immer über Probestunden oder Workshops erfolgen, da die „Chemie“ mit den Dozenten entscheidend ist.
  • Kulturhauptstadt: Berlin bietet die höchste Dichte an Theatern (Volksbühne, Schaubühne, Berliner Ensemble etc.) und eine riesige Off-Theater-Szene.
  • Netzwerk: Die meisten Casting-Agenturen und viele Filmproduktionsfirmen sitzen direkt in Berlin. Das bedeutet kurze Wege für Castings und die Möglichkeit, schon während des Studiums Kontakte in die Branche zu knüpfen.
  • Inspiration: Berlin ist ein Schmelztiegel für Künstler aus aller Welt – für die persönliche Entwicklung eines angehenden Schauspielers ist dieses Umfeld oft wertvoller als eine Kleinstadt.